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Trash the Dress
"Trash the dress" (kürzer: TTD) ist seit 2007 in den USA dabei, sich zu einem eigenständigen Fotogenre zu entwickeln.
Die üblichen Hochzeitsserien bestehen aus Standesamt, Kirche und Feier, dazu kommen meist noch die obligatorischen Studioaufnahmen und die Bilder aus dem Stadtpark.

Ein großer Teil der amerikanischen Hochzeitsfotografen arbeitet genau so (langweilig) wie fast alle deutschen, aber es gibt Ausnahmen. Positive Beispiele sind ist für mich zum Beispiel "The Godfather of TTD" John Michael Cooper, der mit seinem Stil das TTD quasi erfunden hat und Mark Eric, der mit seiner TTD-Seite im Herbst 2006 TTD populär gemacht und die Aufmerksamkeit der amerikanischen und Weltpresse auf sich gezogen hat. Beides Hochzeitsfotografen der Extraklasse. Aber auch den Arbeiten vieler anderer Fotografen, die sich an dem TTD Projekt beteiligen, sieht man ihre Kreativität und ihr Engagement an. Lohnenswert finde ich z.B. auch einen Blick auf die Seiten von Über-Photography aus Australien.

Anders als bei der in Deutschland typischen Hochzeitsfotografie *Standesamt - Kirche - Empfang - Feier, evtl. noch eine Studio- und die obligatorische Parkaufnahme* werden die ersten Bilder schon Tage oder Wochen vor der Hochzeit geschossen (Engagement), dann Porträts der Braut (Bridal), die Bilder der Feier (Wedding) und nach der Hochzeit kommt das, worum es hier geht: TRASH THE DRESS.

Was macht man mit dem Hochzeitskleid?
  • Aufheben, um es wieder zu verwenden? Du heiratest doch aus Liebe, die etwas länger halten soll. Damit sollte das Kleid eigentlich seine Schuldigkeit getan haben. Oder willst du etwa... Nee, ne?
  • Das Kleid in Plastik hüllen und dann im Schrank den Motten als Nahrung anbieten?
  • Aufheben für die Tochter? Die möchte in 20 oder 30 Jahren sicher ihr eigenes Kleid haben.

Genau hier setzen die kreativen amerikanischen Fotografen an: die Fotostrecke endet nicht am Tag der Feier, sondern nach der Hochzeit findet noch ein Trash Bash statt: das Kleid wird für außergewöhnliche Aufnahmen  genommen. Dass es dabei verschmutzt, zerreisst oder abfackelt wird dabei sowohl in Kauf genommen wie auch manchmal beabsichtigt.

Mit dem Kleid auf einen Baum klettern, am öligen Auto hantieren, in den See oder Pool damit gehen oder sich darin am Strand oder im Schlamm wälzen ...  der Lohn sind außergewöhnliche Bilder, die eher Kunst als Erinnerung sind und die Hochzeitsserie erfrischend und unvergesslich abschließen. Es kann nicht verrückt genug zugehen beim trash bash.

Beispiel: TTD

Ruhig auf der TTD Seite auch mal die Videos ansehen.

Innerhalb kürzester Zeit hat sich Trash the Dress auch für die Entsorgung des Hochzeitskleides nach der Scheidung etabliert, um auch mental die Altlast zu entsorgen. Man munkelt, dass das die Kosten für den Psychiater spart. ;-)

Aber nicht nur Hochzeitskleider und -anzüge werden zu kleinen Kunstwerken, auch das Kleid/ der Anzug vom Abschlussball oder der Konfirmation oder andere unmodern gewordene Ball- und Abendkleider bieten sich an.

Wäre natürlich schön, wenn sich auch in Deutschland einige Jungvermählte (oder frisch Geschiedene?) für TTD interessieren und sich für solch ein Shooting zur Verfügung stellen würden.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 17. August 2009 )
 
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